Anna Jellers Buchtipp | Beppo Beyerl: Stillstand und Aufbruch
Shownotes
Anna Jellers Buchtipp
BEPPO BEYERL: STILLSTAND UND AUFBRUCH
WIENER ALLTAG IN DEN SECHZIGERJAHREN
Elsengold Verlag, 144 Seiten, Hardcover
Beppo Beyerl erkundet ein Jahrzehnt, das Wien grundlegend verändert hat. Mit wachem Blick und einem feinen Gespür für soziale Zwischentöne entfaltet er ein vielschichtiges Panorama des Alltags in den Sechzigerjahren: von engen Bassenawohnungen und neu entstehenden Plattensiedlungen über patriarchale Familienstrukturen, strenge Schulen und die gemächliche Arbeitswelt der Büros und Baustellen. Er schildert, wie Fernseher, Radios und Musikboxen das kulturelle Leben revolutionierten, wie sich die Jugend zwischen Gstettn, Camera Club und Minirock ihre Freiräume eroberte und wie Zuwanderer aus Jugoslawien und der Türkei das städtische Leben bereicherten.
Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:16: So, der herausfordernde Sommer neigt sich dem Ende zu.
00:00:21: Die Sendepause ist vorbei und es gibt unglaublich viele interessante neue Bücher.
00:00:28: Eines davon ist Beppo Bayerl Stillstand und Aufbruch Wiener Alltag in den Sechziger Jahren erschienen im Elsen-Goldverlag.
00:00:42: Das Buchcover zeigt eine schwarz-weiß Aufnahme, genauer gesagt eine grau-weiss Aufnahme und das passt sehr gut so.
00:00:52: Wien in den Neunzehntsechzigerjahren war eine graue Stadt – man konnte hier und da noch deutliche Schäden die vom Zweiten Weltkrieg her rührten sehen!
00:01:02: Bei Probayal ist Jahrgang nineteen fünfundfünfzig Er kann sich also selbst noch gut an diese Zeit erinnern.
00:01:11: Ich war damals ein Volksschulkind und seit ich dieses Buch gelesen habe, fällt auch mir wieder längst Vergessenes ein.
00:01:20: Wer diese Zeit nicht erlebt hat, kann staunend und mit unter Kopf schüttelnd nachlesen wie die Wiener Welt damals war – das Buch beleuchtet in dreizehn Kapiteln den Alltag und das Sozialleben der damaligen Zeit!
00:01:37: Es erinnert an die Passenerwohnungen.
00:01:39: Das waren meist kleine Wohnungen, wo man das Wasser am Gang holen musste und von einem WC in den eigenen vier Wänden nur träumen konnte – außer man hatte eine Gemeindewohnung.
00:01:53: Beschrieben wird auch die Arbeitswelt, die vorrangig eine Männerwelt war, denn die Frauen blieben meist zu Hause bei den Kindern.
00:02:06: Erlauben – klingt heute unglaublich, obwohl es ja vereinzelt wieder solche Tendenzen gibt.
00:02:14: Wir erfahren wie man sich damals vergnügt hat, wie man seine Einkäufe tätigte bevor die Supermärkte entstanden und wie es war als die ersten Gastarbeiter, die abfällig sogenannten Chuschen kamen.
00:02:29: Der Individualverkehr nahm zu und man machte die Städte autofreundlich.
00:02:36: Gleichzeitig entwickelte es sich an den Universitäten ein anderes Klima.
00:02:41: Die Jugend war aufmüpfig und wollte eine offenere Gesellschaft, Es war insgesamt eine spannende Zeit des Übergangs – Und Beppo Bayerl beschreibt das launig und in einem sehr wienerischen Grundton.
00:03:00: Anayela & die Literatur Besuchen Sie unsere Buchhandlung In der Margaretenstraße oder online auf anayella.at.
Neuer Kommentar