Anna Jellers Buchtipp | Dario Ferrari: Die Pause ist vorbei
Shownotes
Anna Jellers Buchtipp
DARIO FERRARI: DIE PAUSE IST VORBEI
AUS DEM ITALIENISCHEN VON CHRISTIANE PÖHLMANN
Wagenbach, 352 Seiten, Hardcover
Marcello, um die dreißig und frischgebackener Ex-Langzeitstudent ohne richtigen Job, wohnt im Touristenstädtchen Viareggio - natürlich bei seiner Mutter. Er fürchtet, seine Freundin könnte es ernst mit ihm meinen, und ebenso sehr, sie könnte ihn verlassen. Seine größte Sorge aber ist: Er will auf gar keinen Fall die Bar seines Vaters übernehmen. Mehr aus Trotz bewirbt sich Marcello um eine Promotionsstelle an der Uni Pisa - und zur allseitigen Überraschung, auch seiner eigenen, bekommt er sie. Schnell gerät Marcello in die Ränkespiele eines legendären Literaturprofessors, der ihm ein Thema für seine Doktorarbeit aufdrückt: das schriftstellerische Werk des linken Terroristen Tito Sella. Doch warum interessiert sich sein Professor so sehr für den kaum bekannten, im Gefängnis verstorbenen Sella? Und was verrät dessen angeblich verschollene Autobiografie?
Transkript anzeigen
00:00:01: Diesmal kommt der Buchtipp von Eva Klösch.
00:00:05: Erfreulicherweise ließ sie ja andere Sachen als ich und so können wir uns wirklich super ergänzen, und ich wünsche Ihnen viel Freude mit diesem Buch-Tipp!
00:00:40: Große Universitätstradition, Terrorismus in den Siebzigern.
00:00:45: Dario Ferrari – Die Pause ist vorbei!
00:00:50: Aus dem italienischen Übersetzt von Christiane Pöhlmann erschienen im Wagenbach-Verlag.
00:00:57: Ich bin ja ein großer Wagenbackfan unter anderem auch deshalb weil sich der Verlag seit Jahrzehnten darum bemüht italienische Literatur der deutschsprachigen Leser und Leserinenschaft zugänglich zu machen.
00:01:13: Das gelingt mit einem sicheren Gespür für Qualität und Besonderheit, wie auch in diesem Fall.
00:01:21: Marcello ist um die Dreißig und einer der vielen sogenannten Mammoni Italiens.
00:01:28: Er wohnt bei der Mutter hat zwar eine Freundin schätzt jedoch den Status der Unverbindlichkeit.
00:01:36: Er hat sein mittelmäßiges Literaturstudium endlich abgeschlossen, weiß aber nicht was er beruflich machen soll.
00:01:44: Dass er die Bades Vaters nicht übernehmen will ist das einzig sichere.
00:01:50: Aus Trotz bewirbt er sich um ein Promotionsstipendium dass er erstaunlicherweise auch erhält.
00:01:57: Ein Doktorvater drängt ihn dazu – Das schriftstellerische Werk eines recht unbekannten linken Terroristen der Siebziger Jahre zu erarbeiten.
00:02:08: Marcello liest sich ein und verfällt immer mehr der Geschichte von Tito Seller, der mit seinen besten Freunden ein paar idealistische und recht harmlose Taten setzt – bis ein Plan zum Fiasco wird.
00:02:23: Warum der hoch dekorierte Literaturwissenschaftler an diesem fast unbekannten Schriftsteller ein so großes Interesse hat, wird Marceello erst mit der Zeit klar!
00:02:34: Den Teil des Buches, der die terroristischen Umtriebe von Tito Sella und seinen Freunden thematisiert fand ich besonders berührend.
00:02:44: Wie deren romantische Vorstellungen von einer gerechteren Welt kippen und von den Härten des Lebens eingeholt werden.
00:02:52: Dario Ferrari beschreibt die Schwächen aber auch die unentdeckten Stärken seines Protagonisten mit großer Sympathie.
00:03:02: Ebenso gewitzt und intelligent schildert er die Dynamiken im wissenschaftlichen Unibetrieb, über die man vor allem dann kopfschütteln lachen kann wenn man dem schon einmal nahe gekommen ist.
00:03:18: Anayella und die Literatur.
00:03:21: Besuchen Sie unsere Buchhandlung in der Margaretenstraße thirty-fünf oder online auf anayella.at.
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